Pieter van der Heyden
(Belgien 1530 - Belgien 1572)
Die Anbetung der Hirten, um 1575
Stich
Maße: 382 x 240 mm
Flämischer Graveur, aktiv in Antwerpen zwischen 1551 und 1571. Er arbeitete für den Verleger Hieronymus Cock.
Die Heilige Familie ist am Fuße einer verfallenen klassischen Architektur dargestellt. Die Geburt Christi entspricht nämlich dem Beginn einer neuen Ära und dem Zusammenbruch der heidnischen Religionen. Die kniende Jungfrau enthüllt das Kind, das in ihren Schleier gehüllt ist, der Heilige Josef tränkt Ochse und Esel, und rechts sehen wir die in Anbetung begriffenen Hirten. Im Hintergrund eine Ruine, ein von einer Statue gekrönter Obelisk und links das Profil einer Burg auf einem Felsen, am Himmel der Komet. Das Motiv stammt von einem Stich von Lambert Lombard. Unten links Monogramm des Autors: P/AME und die Adresse des Verlegers I. Charpentier Excu. Außerhalb des Bildes, im unteren weißen Rand, vier lateinische Verse in zwei Spalten: O parue, imbellis, ... / ... in vincla tyrannum. Aus den Angaben zu dem im British Museum aufbewahrten Exemplar geht hervor, dass das Motiv von einem Stich von Lambert Lombard (1515-1566) stammt.
Vortrefflicher Abdruck mit intensiven Schwarztönen. Perfekter Erhaltungszustand, einige Klebespuren auf der Rückseite. Exemplar bis zur auf allen vier Seiten sichtbaren Konturlinie beschnitten.
Zustand: II/III, mit der Adresse des Verlegers Jacobus Carpentier, der in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts tätig war, aber vor der Höhenreduzierung des Kupfers wie im III. Zustand (Rijksmuseum). Unter dem Knie der Jungfrau sind die Spuren der nun abradierten Adresse des Verlegers Johannis Tijl erkennbar, der im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts tätig war, was den II. Zustand (British Museum) kennzeichnet.
Wasserzeichen: Lilie in einem von einer Blume überragten Schild, ähnlich Briquet 7161. (Frankreich, um 1574).
Bibliographie: Hollstein, Dutch..., IX.26.3; Riggs 1977, Hieronymus Cock, Printmaker and Publisher (239); Wurzbach II.146