MEISTER DER GUARDESKISCHEN BLUMEN
(tätig in Venedig im 18. Jahrhundert)
Blumenkaprize mit Flasche
Öl auf Leinwand, 77x100 cm
Das Werk kann dem Kern der Gemälde mit Blumenkaprizen zugeordnet werden, die bis vor kurzem Francesco Guardi zugeschrieben wurden. Die Urheberschaft wird inzwischen von der Kritik in Frage gestellt, und man neigt vorsichtiger dazu, den Corpus unter dem Namen "Meister der guardeskischen Blumen" zu katalogisieren, einem venezianischen Maler, der im Umfeld von Francesco Guardi tätig war. Der Stil dieser Darstellungen, die in die Jahrzehnte zwischen 1730 und 1760 datiert werden können, ist im Vergleich zu den traditionellen Standards des Stilllebens stark innovativ: Sie zeichnen sich durch bewegte und asymmetrische Blumenkompositionen, eine lebhafte und funkelnde Farbgebung aus, die durch einen losen und freien Pinselstrich mit einem anmutigen und schäumenden Touch verliehen wird. Die Darstellung zeichnet sich durch eine äußerst moderne Malweise aus: Man beachte die impressionistische Qualität der Ausführung der Flasche im Vordergrund, die Lebendigkeit der Komposition des Ensembles, die Platzierung des Stilllebens im Freien. Die Farbtöne sind insgesamt sehr aufgehellt; eine starke Beleuchtung kommt von links und definiert volumetrisch das bemalte Porzellangefäß. Siehe A. Morassi, Guardi, Venedig 1973, II Band, Abb. 911-919. Text: Nicola Merlat
Meister der guardeskischen Blumen